Nach dem 20-jährigen Jubiläum des Grafenegg Festivals im heurigen Jahr beginnt 2027 ein neues Kapitel für Grafenegg. Mit Johannes Neubert als neuem künstlerischen Leiter, drei eigenständigen Sommerformaten und internationalen Spitzenorchestern setzt er auf Kontinuität und neue Akzente. Das Programm für den Grafenegg-Sommer 2027 wurde am heutigen Mittwoch im Wiener MuseumsQuartier im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner präsentiert.
„Was vor 20 Jahren als große Vision begonnen hat, ist heute eine internationale Erfolgsgeschichte. Grafenegg gehört zu den renommiertesten Adressen für klassische Musik und ist ein einzigartiger Ort, der Musik, Architektur und Natur verbindet“, sagte die Landeshauptfrau dabei. Das Jubiläumsjahr 2026 habe eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Begeisterung für Grafenegg sei: „Allein beim Festivalsommer haben rund 48.000 Besucherinnen und Besucher 31 Konzerte erlebt. Viele unserer Gäste nutzen die Gelegenheit, auch Niederösterreich kennenzulernen. Davon profitieren die Gastronomie, die Beherbergungsbetriebe und die gesamte Region.“ Grafenegg zeige damit, „dass wir mit Kunst und Kultur nicht nur Menschen begeistern, sondern auch Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen. Deshalb investieren wir als Land Niederösterreich ganz bewusst in Kunst und Kultur. Denn sie machen unser Land stärker und attraktiver und leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem erfolgreichen Wirtschafts- und Tourismusstandort.“
Dass Grafenegg heute diesen internationalen Stellenwert genieße, sei ganz wesentlich Rudolf Buchbinder zu verdanken, betonte sie: „Er hat aus Grafenegg das gemacht, was es heute ist, nämlich einen international renommierten Festivalstandort. Mit dem neuen Rudolf Buchbinder Saal haben wir seine Verdienste dauerhaft sichtbar gemacht. Und ich freue mich sehr, dass er Grafenegg künftig als Präsident des Festivals treu bleibt.“ Mit Johannes Neubert übernehme nun eine Persönlichkeit die künstlerische Leitung, die Grafenegg seit seinen Anfängen kenne und bereits von 2005 bis 2010 als operativer Geschäftsführer mitgestaltet habe. „2026 war das Jahr des Jubiläums. 2027 wird das Jahr der neuen Impulse. Mit einer neuen künstlerischen Führung, einem spannenden Programm und neuen Perspektiven für die Zukunft. Dabei bauen wir auf einem festen Fundament auf, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten geschaffen wurde“, so Mikl-Leitner.
Der neue künstlerische Leiter Johannes Neubert bezeichnete seine Rückkehr nach Grafenegg als „ein Nachhausekommen“. Für ihn stehe die Kontinuität im Vordergrund: „Wir wollen keine Brüche, sondern auf den bisherigen Erfolgen aufbauen und mit Bedacht neue Dinge entwickeln.“ Grafenegg sei für ihn „eine Oase für die Musik, ein Ort des Zuhörens und der außergewöhnlichen Begegnungen zwischen Publikum und Künstlerinnen und Künstlern“. Im Mittelpunkt stehe dabei immer die Musik und die Geschichten, die mit den Programmen erzählt würden. „Wo sonst kann man die großen Orchester dieser Welt in einer so entspannten Atmosphäre erleben?“, unterstrich Neubert die besondere Qualität des Standorts.
Erstmals wird der Grafenegg-Sommer 2027 in drei eigenständige Formate gegliedert. Den Auftakt bilden von 17. Juni bis 17. Juli die „Sommerklänge“, die vom Tonkünstler-Orchester Niederösterreich als Residenzorchester gemeinsam mit internationalen Solistinnen, Solisten und Dirigenten gestaltet werden. Neben der traditionellen Sommernachtsgala stehen klassische Konzerte, Filmmusik und Familienprogramme auf dem Spielplan. Von 24. Juli bis 7. August folgt mit „Im Herzen Europas“ ein neues Festivalformat, das gemeinsam mit dem European Union Youth Orchestra (EUYO) entwickelt wurde. Neben Konzerten sind unter anderem Workshops, Diskussionsformate und ein Veranstaltungstag unter dem Titel „Europa im Park“ geplant. „Im Herzen Europas mit Europa im Herzen“, beschrieb Neubert die Idee dahinter.
Den Höhepunkt des Sommers bildet von 13. August bis 5. September das Grafenegg Festival mit internationalen Spitzenorchestern und renommierten Künstlerpersönlichkeiten. Insgesamt stehen im Grafenegg-Sommer 2027 48 Veranstaltungen auf dem Programm. Zu Gast sind unter anderem die Wiener Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra, das London Symphony Orchestra und die Tschechische Philharmonie. Auch Künstlerpersönlichkeiten wie Martha Argerich, Daniil Trifonov, Daniel Barenboim, Andris Nelsons und Klaus Mäkelä werden erwartet. Rudolf Buchbinder wird an allen vier Festivalwochenenden zu erleben sein. Das Eröffnungswochenende steht unter dem Motto „Heimat / Fremde / Nachbarn“. Ein besonderer Höhepunkt ist die semikonzertante Aufführung von Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“ mit der Tschechischen Philharmonie unter Semyon Bychkov.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem amerikanischen Komponisten Steve Reich, der 2026 seinen 90. Geburtstag gefeiert hat und 2027 als Composer in Residence im Mittelpunkt steht. Insgesamt werden 19 seiner Werke in Grafenegg erklingen, drei davon erstmals in Österreich. Eine umfangreiche Ausstellung und Installationen ergänzen den musikalischen Schwerpunkt. Darüber hinaus wird Reich den Composer-Conductor-Workshop „Ink Still Wet“ künstlerisch leiten. Mit dem Grafenegg Festival Orchestra wird zudem der erfolgreiche Ansatz der Grafenegg Academy weiterentwickelt. Unter der künstlerischen Mentorschaft von Vladimir Jurowski musizieren junge Talente gemeinsam mit erfahrenen Orchestermitgliedern.
Geschäftsführerin Simone Bamberg hob insbesondere die Leistbarkeit des Kulturangebots hervor. „In Grafenegg ist es uns seit Beginn ein besonderes Anliegen, Kultur auf höchstem Niveau leistbar zu machen“, sagte sie. Deshalb werde es 2027 keine Preiserhöhungen geben. Kinder und Jugendliche bis zwölf Jahre erhalten auf den Rasenplätzen weiterhin freien Eintritt, für junge Menschen bis 26 Jahre gibt es eine Ermäßigung von 50 Prozent.
Der Kartenvorverkauf für die Saison 2027 startet am 11. November für fördernde Mitglieder des Grafenegg Freundeskreis, am 18. November für Inhaberinnen und Inhaber der Grafenegg Card sowie am 25. November im allgemeinen Verkauf. Weitere Informationen und Tickets unter www.grafenegg.com.
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Künstlerischer Leiter Johannes Neubert, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Grafenegg-Geschäftsführerin Simone Bamberg (v.l.n.r.) mit der Programmbroschüre für den Grafenegg Sommer 2027.

NÖKU-Geschäftsführerin Cornelia Lamprechter, Künstlerischer Leiter Johannes Neubert, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Grafenegg-Geschäftsführerin Simone Bamberg (v.l.n.r.)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Künstlerischer Leiter Johannes Neubert freuen sich auf den Grafenegg-Sommer 2027.
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