Grafenegg war am gestrigen Dienstagabend der Schauplatz für den „Tag der NÖ Industrie 2026“. Auf Einladung der Industriellenvereinigung Niederösterreich unter Präsident Kari Ochsner waren zahlreiche Ehren- und Festgäste gekommen, allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bundeskanzler Christian Stocker.
Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand – das seien drei Grundsätze, die am Weg in die Zukunft wieder mehr Bedeutung bekommen sollten, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Denn Leistung bringt unser Land voran, sie schafft Innovation und Produktivität. Eigenverantwortung braucht Freiraum: Wer Verantwortung übernimmt, muss auch Entscheidungen treffen können, ohne dass die Politik alles auf Punkt und Beistrich vorgibt. Und Hausverstand schafft Lösungen – nicht jede neue Herausforderung braucht ein neues Gesetz“.
Gerade im Hinblick auf den Bürokratieabbau lebe man diesen Grundsatz in Niederösterreich, so Mikl-Leitner: „Wir tun, was ein Land tun kann. Wir haben jedes sechste Landesgesetz entrümpelt und Gesetze gestrichen. Mit unserer Task Force Wirtschaft setzen wir jetzt den nächsten Schritt und wollen Verfahren beschleunigen und effizienter machen. Und mit unserer Wirtschaftsstrategie 2030+ setzen wir gezielt auf neue Wachstumschancen.“
„Die großen Hebel liegen beim Bund“, betonte die Landeshauptfrau weiters: „Unsere Betriebe brauchen weniger Belastung, weniger Bürokratie und damit mehr Luft zum Wirtschaften. Wir müssen unseren Standort wieder wettbewerbsfähiger machen.“ Dafür gebe es auch „alle Chancen“, zeigte sie sich überzeugt, denn man habe „eine starke industrielle Basis“, meinte sie: „Wir sind führend in der Umwelttechnologie, in der Bahntechnologie und in vielen anderen Bereichen. Wir haben hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie innovative Unternehmerinnen und Unternehmer, die investieren, Arbeitsplätze schaffen und Verantwortung übernehmen.“ Um die Wettbewerbsfähigkeit „in die richtige Richtung zu bringen“, müsse aber auch „das ständige Übererfüllen von EU-Vorgaben ein Ende haben“, forderte Mikl-Leitner.
Niederösterreich sei „ein starker Industriestandort“, die heimische Industrie „eine tragende Säule unserer Wettbewerbsfähigkeit und unseres Wohlstands“, sagte Bundeskanzler Christian Stocker in seiner Rede: „Das Beispiel Niederösterreich zeigt, welche Innovationskraft und welches Know-How in unserem Land stecken.“ Als zentrales Thema sprach er u. a. die Budgetsanierung an: „Wir haben nachhaltige Budgetpolitik mit treffsicherer Standortpolitik verbunden.“ Entscheidend seien auch die Themen leistbare Energie sowie „weniger Bürokratie und schnellere Verfahren“, verwies er etwa auf die Reform des UVP-Gesetzes. Mit der Industriestrategie habe man das klare Ziel definiert, dass Österreich bis 2035 zu den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern der OECD gehören solle.
Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich, hob die Bedeutung der Industrie für Wohlstand und soziale Sicherheit im Land hervor. „Wir müssen den Standort wieder auf die Überholspur zurückbringen“, forderte er in seiner Rede. Die Energie- und Bürokratiekosten seien zu hoch, man stehe aber in einem „permanenten Austausch“, sprach er im Bezug auf den Bürokratieabbau von einem „bitte weiter so“.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kamen in der Folge auch Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Staatssekretär Josef Schellhorn, der Präsident der Industriellenvereinigung Österreich Georg Knill und die Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich Martha Schultz zu Wort. Mit der Industriestrategie habe man 117 Maßnahmen definiert, wie etwa die Senkung der Lohnnebenkosten oder die Einführung der Aktiv-Pension, sagte Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer. „Mit der Industriestrategie ist es gelungen, ein klares Ziel zu definieren“, meinte dazu IV-Präsident Knill. Wirtschaftskammer-Präsidentin Schultz sah die Senkung der Lohnnebenkosten als „guten Weg in die richtige Richtung“, Staatssekretär Schellhorn informierte über das Entbürokratisierungspaket: „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“
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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beim „Tag der NÖ Industrie“ in Grafenegg.
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