FAIRTRADE-Gemeinde – Fair handeln in der Gemeinde
Das Projekt „FAIRTRADE-Gemeinde – Fair handeln in der Gemeinde“ fördert die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit FAIRTRADE sowie mit entwicklungspolitischen und Nachhaltigkeitsthemen auf lokaler und regionaler Ebene in Niederösterreich – und das erfolgreich seit vielen Jahren. Mit den NÖ-Gemeinden Wiener Neustadt und Mönichkirchen wurden bereits im Jahr 2007 die ersten österreichischen Gemeinden zu FAIRTRADE-Gemeinden ernannt.
Ein Erfolgsprojekt
Mittlerweile gibt es diese in ganz Österreich – 100 davon liegen in Niederösterreich (Stand: Februar 2026). Kein anderes Bundesland hat mehr FAIRTRADE-Gemeinden, die sich engagieren. Das spiegelt sich auch in der wachsenden Zahl von aktuell über 650 Engagierten in Niederösterreich wider. Das hat auch konkrete Auswirkungen auf die nachhaltige öffentliche Beschaffung. In Niederösterreich ist diese mehr als ein Trend – sie ist Teil einer strukturellen Marktveränderung.
Das Land Niederösterreich leistet mit seiner Förderung und Ausweitung des fairen Handels auch einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs). So wird im ländlichen Raum aktiv Verantwortung für menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in Lieferketten übernommen und soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit gestärkt.
In manchen Fällen vereinigen sich in Niederösterreich sogar mehrere Gemeinden zu FAIRTRADE-Regionen. Diese arbeiten über die Gemeindegrenzen hinweg zusammen. In Niederösterreich ist das beispielsweise die Region „Bucklige Welt - Wechselland", die 2023 bereits das zehnjährige Bestehen feierte. International gibt es rund 5.000 FAIRTRADE-Towns, hier gibt es eine Weltkarte im Überblick. Auch Schulen beteiligen sich: österreichweit sind es rund 100 FAIRTRADE-Schulen, mehr als 20 davon sind in Niederösterreich beheimatet.
Was zeichnet FAIRTRADE-Gemeinden aus?
FAIRTRADE-Gemeinden tragen zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen tausender Menschen weltweit bei. In einer FAIRTRADE-Gemeinde werden Produkte mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel in den lokalen Geschäften und Gastronomiebetrieben angeboten. Zusätzlich wird auf aktive Bewusstseinsbildung gesetzt.
FAIRTRADE-Gemeinden erfüllen folgende fünf Kriterien
- Die Gemeinde verabschiedet eine Resolution zur Unterstützung von FAIRTRADE und verwendet ab sofort FAIRTRADE-Kaffee und weitere Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel bei ihren Sitzungen, in ihren Büros, in ihren Kantinen (z.B.: Umstellung der Kaffeeautomaten) sowie bei Gemeindeveranstaltungen. Auch Bezirke, Städte oder Regionen können so aktiv werden.
- Eine FAIRTRADE-Gruppe wird gegründet, die sich regelmäßig trifft und an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Ziele arbeitet. Der Gruppe gehört eine politische Vertreterin oder ein politischer Vertreter der Gemeinde an. Die Gruppe ist für die Evaluierung und die Einhaltung der Kriterien verantwortlich.
- FAIRTRADE-Produkte sind in lokalen Geschäften leicht verfügbar und werden in lokalen Gastronomiebetrieben (z.B.: Gasthäusern, Kaffeehäusern) angeboten. Die Bevölkerung wird regelmäßig über das FAIRTRADE-Angebot informiert (z.B. Erstellung eines Einkaufsführers). Dieser Einkaufsführer wird auf der Homepage veröffentlicht.
- FAIRTRADE-Produkte werden in Betrieben, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, Pfarren usw. verwendet. Ein Vorzeigeunternehmen wird gewonnen, das auf FAIRTRADE-Produkte umstellt und sich in der Bewusstseinsbildung zum Thema FAIRTRADE engagiert.
- In der Gemeinde wird der faire Handel durch regelmäßige Berichterstattung in gemeindeeigenen Publikationen, Aussendungen etc. und auch auf der Homepage zum Thema gemacht. Veranstaltungen werden organisiert, um das Bewusstsein der Bevölkerung für den fairen Handel und entwicklungspolitische Themen zu stärken (jedenfalls eine Veranstaltung pro Jahr). Am Gemeindeamt und in anderen Einrichtungen wird mit Plakaten, Aufklebern, Flyern etc. auf FAIRTRADE aufmerksam gemacht.
weiterführende Links
- Umwelt- und Klimaschutz bei Fairtrade (pdf)
- FAIRTRADE-Österreich
- Initiative für soziale und faire öffentliche Beschaffung in Österreich
Downloads
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Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft Landhausplatz 1, Haus 16/17
3109 St. Pölten
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Tel: 02742/9005-15295
